Bin ich auch. Vor allem zu den
Dann kam das Ernährungsseminar. Eine Stunde Wissenswertes zum Thema Ernährung. Die, die mich länger kennen, wissen, dass mir nichts so verhasst ist wie die Bande der Ernährungsokkultisten, die ihr veganes Detoxmantra zum Status einer Ersatzreligionen erhoben haben und dies als Vehikel benutzen, um, auf dem moralisch hohen Roß reitend, die Ungläubigen zu bekehren und nebenbei ihre eigenen, tiefgreifenden psychischen Probleme zu lösen. (nachdem das über Esoterik, Brigitte-Diät und magische Harmoniewellenabsortionsplastikkarten aus dem Astro-TV nicht funktioniert hat.)
Ich macht mich also voller Vorfreude in dieses auch wirklich kurzweilige Seminar. Frau Beimer-Drebel*, selbst nicht mehr blutjung, machte das ganze auch gut und bat darum, Fragen zu stellen.
Wer mich kennt, weiß, dass Fragen stellen in Vorträgen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist. Die Zeit geht schneller rum, der Vortragende freut sich (manchmal) und alles ist irgendwie netter. Ich fragte also eins, zwei Dinge, konnte mir aber nicht verkneifen, durch die Blume gesprochen einfliessen zu lassen, dass möglicherweise die ganzen "ich bin so arm dran weil ich glutenlaktosebuchweizencrystalmeth-intolerant bin" doch in den meisten Fällen einfach einen an der Klatsche haben, und in Wahrheit doch wohl eher als Teilzeithypochonde unterwegs sind.
Frau B-D antwortete ein wenig ausweichend, meinte aber das die Zahl der wirklich ernsthaft von Gluten-Unverträglichkeit betroffen sind, regional abhängig äußerst gering ist und naja, es halt für die Industrie ein Riesengeschäft sei,
Sie brachte dann noch mehr Beispiele, wie
Zeit für einen neue Frage. Ich hatte allerdings kaum zu einer harmlosen Frage zum Thema Light-Drinks und dem Zusammenhang mit dem Schwachsinn, den die Green-Food-Mafia zum Thema Aspertam verbreitet angesetzt, da zischte es aus einem Ü60++ -Block in der Saalmitte gut vernehmlich "Jetzt halt doch endlich die Klappe".
Unbeirrt stellte ich meine Frage, zunächst in der Annahme, die Herrschaften hätten einen Disput untereinander. Ein Mitglied meines im Raum verteilten Spionagerings teilte mir aber gegen Abend mit, dass der Kommentar in der Tat mir galt.
Wenn es eins gibt, wo ich total drauf stehe, ist, wenn jemand, der offensichtlich nichts kapiert hat, mir den Mund verbieten will.
Das Spionagenetzwerk konnte leider die Person nicht exakt identifizieren, aber auf eine enge Personengruppe einschränken.
Vielleicht gehe ich da abends mal am Tisch vorbei und halte eine kleine Rede zum Thema "Soziale Intelligenz und Verhaltensmuster im öffentlichen Raum."
Die Rede habe ich auch schon fast fertig und enthält vielleicht, vielleicht aber auch nicht, den Textbaustein "adipöse Hypochonder"...
Wir werden sehen.
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